EDEKA Frauen-Magazin
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Das EU-Bio-Siegel:

Es legt innerhalb der Europäischen Union die verbindlichen Mindeststandards für ökologisch erzeugte Lebensmittel fest. Hersteller können zusätzlich noch weitere Bio-Siegel auf ihren Produkten anbringen, die für strengere Standards stehen.

Folgende Kriterien müssen u.a. erfüllt sein:

  • Betrieben ist es gestattet, räumlich getrennt zusätzlich auch konventionell zu produzieren.
  • Verbot von chemischen Pestiziden und Düngemittel.
  • Begrenzte Anzahl an Tieren pro Quadratmeter.
  • Käfighaltung ist verboten.
  • Futter aus biologischem Anbau.
  • Antibiotika-Einsatz nur wenn notwendig.
  • Verbot von Gentechnik.
  • Bei verarbeiteten Lebensmitteln müssen mind. 95 % der Zutaten ökologischer Herkunft sein.
  • Es sind nur bestimmte Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe zugelassen.
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Das staatliche deutsche Bio-Siegel:

Die Anforderungen des sechseckigen, bereits seit 2001 existierenden Siegels sind dieselben wie beim EU-Bio-Siegel. Viele Hersteller verwenden das bekanntere und prägnantere deutsche Siegel gerne zusätzlich.


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Das Bioland-Siegel:

Er ist der größte deutsche Anbauverband. Bioland, gegründet bereits 1971, ist ein Zusammenschluss von 8.000 ökologisch arbeitenden Betrieben und Verarbeitern. 

  • Der gesamte Betrieb muss zu 100 % die Bioland-Richtlinien einhalten.
  • Die Anzahl der erlaubten Tiere richtet sich nach den eigenen Anbaufeldern und Weideflächen.
  • Bei Rindern und Schweinen ist das Kupieren von Schwänzen verboten. Ebenso das Stutzen von Schnäbeln. Wiederkäuer zu enthornen, ist zu vermeiden.
  • Einschränkung von Tierarzeneien sofern es Alternativen gibt.
  • Ein Großteil des Futters muss selbst hergestellt werden.
  • Die Überdüngung von Feldern soll vermieden werden.
  • Artenvielfalt, Schonung der Ressourcen und artgerechte Tierhaltung gehören zur Bioland-Philosophie.
  • Seit 2022 müssen zusätzliche Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität umgesetzt werden.




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Das Naturland-Siegel:

Die Nummer 2 in Deutschland ist der 1982 gegründete Verband Naturland. Dessen Standards gehen ebenfalls weit über die Vorschriften der EU-Öko-Verordnung hinaus. 

  • Der gesamte Betrieb muss ökologisch wirtschaften.
  • Naturland-Produkte sollten nur Zutaten enthalten, die nach betriebseigenen Richtlinien produziert wurden.
  • Bei der Tierhaltung gelten strengere Regeln als bei der EU-Verordnung: Statt 230 Hennen oder 580 Masthähnchen pro Hektar Nutzfläche, liegt die Obergrenze bei Naturland bei 140 Hennen oder 280 Masthähnchen.
  • Milchvieh und Mutterkühe müssen während der Vegetationsperiode auf die Weide.
  • Mind. 50 % des gesamten Futters muss vom eigenen Betrieb stammen.
  • Als erster Verband hat Naturland auch Standards zur ökologischen Fischzucht realisiert.
  • Wo Wasserknappheit herrscht, werden Gegenmaßnahmen durch Erstellen eines Wassermanagementplans getroffen.


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Das demeter-Siegel:

Mit seiner Gründung 1927 ist er der mit großem Abstand älteste Anbauverband in Deutschland. Er geht auf die Ideen des Anthroposophen Rudolph Steiner zurück. Demeter-Höfe sehen sich als geschlossenen Kreislauf und legen Wert auf die Fruchtbarkeit der Böden. Die Demeter-Richtlinien gelten als die strengsten aller Bio-Verbände. 

  • Der gesamte Betrieb muss nach Demeter-Richtlinien bewirtschaftet werden.
  • Demeter-Höfe sind zur Tierhaltung verpflichtet, um eigene Düngemittel zu garantieren.
  • Die Enthornung von Kühen ist grundsätzlich verboten.
  • Demeter gestattet die geringste Anzahl an Zusatzstoffen in verarbeiteten Produkten im Vergleich zu allen anderen Bio-Verbänden.
  • Mind. 90 % der Zutaten eines Produktes müssen in der Regel Demeter-Kriterien entsprechen.
  • Mind. 50 % des Futters soll vom eigenen oder einem kooperierenden Betrieb stammen.
  • 70 % des jährlich verabreichten Futters muss in der Regel Demeter-Kriterien entsprechen.
  • 10 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind der Förderung von Biodiversität vorbehalten.
  • Demeter-Bauern sind verpflichtet, mit biodynamischen Präparaten zu arbeiten, wie z. B. in Kuhhörnern vergrabenem Mist oder Baldriansaft. Diese wissenschaftlich nicht nachweisbare Wirksamkeit und der esoterische Überbau von Demeter werden oftmals kritisiert.

Wir erklären die Unterschiede

Biologisch erzeugte Lebensmittel liegen nach wie vor im Trend, auch wenn sie teurer sind als konventionell produzierte. In Deutschland existieren verschiedene Bio-Siegel, die unterschiedliche Qualitätsstandards erfüllen. Wir möchten die bekanntesten vorstellen und zeigen, wo die Unterschiede liegen. Denn Bio ist nicht gleich Bio!

Das EU-Bio-Siegel:

Es legt innerhalb der Europäischen Union die verbindlichen Mindeststandards für ökologisch erzeugte Lebensmittel fest. Hersteller können zusätzlich noch weitere Bio-Siegel auf ihren Produkten anbringen, die für strengere Standards stehen.

Folgende Kriterien müssen u.a. erfüllt sein:

  • Betrieben ist es gestattet, räumlich getrennt zusätzlich auch konventionell zu produzieren.
  • Verbot von chemischen Pestiziden und Düngemittel.
  • Begrenzte Anzahl an Tieren pro Quadratmeter.
  • Käfighaltung ist verboten.
  • Futter aus biologischem Anbau.
  • Antibiotika-Einsatz nur wenn notwendig.
  • Verbot von Gentechnik.
  • Bei verarbeiteten Lebensmitteln müssen mind. 95 % der Zutaten ökologischer Herkunft sein.
  • Es sind nur bestimmte Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe zugelassen.